150 Jahre TV Ebern – Auf die Taktik kommt es an

Zum TV Ebern, der sein 150-jähriges Jubiläum feiert, gehört auch die Schachabteilung. Leider fehlt es der Abteilung an Nachwuchs.

Zum TV Ebern, der sein 150-jähriges Jubiläum feiert, gehört auch die Schachabteilung. Leider fehlt es der Abteilung an Nachwuchs.

Ihren Ursprung hat die heutige Schachabteilung eigentlich schon im Jahre 1964, als man sich im Rahmen des Schachclubs der VHS Ebern zum Spielen im „Hotel zur Post“ getroffen hat. Der Vorsitzende des Schachclubs war zu dieser Zeit Peter Müller. Insgesamt hatte der Schachclub 36 Mitglieder, die sich dienstags zum Schachspielen trafen. Gleich im ersten Jahr wurden sie Meister und stiegen auf. Es konnte sogar eine zweite Mannschaft gemeldet werden. Im Jahr 1985 schloss sich der Schachclub der VHS dem TV Ebern an und so war die Schachabteilung gegründet. Der erste Abteilungsleiter war Willi Maurer.

Blitzschach beim TV Ebern

Blitzschach beim TV Ebern

Bereits mit der ersten Mannschaft stiegen die Eberner Schachspieler in die Bezirksliga auf. 1985 und 1987 gewann das Team des TV Ebern die Mannschafts-Blitzmeisterschaft des Schachkreises Bamberg.

Ein sehr erfolgreicher Schachspieler war Ende der 80er Jahre Johannes Arnold, der damals der jüngste Spieler der Abteilung war. In den Jahren 1986 und 1987 wurde er Sieger der D-Jugendmeisterschaft des Schachkreises Bamberg. Auch gab es ein großes Blitzturnier im Saal des „Schwarzen Adlers“ in Ebern. Unter der Leitung von Karlheinz Hein machten 66 Spieler aus ganz Nordbayern bei dem Turnier mit. Gewonnen hat schließlich der zu dieser Zeit bayerische Meister aus Bamberg.

Ein weiteres Highlight der Abteilung war ihr 25-jähriges Bestehen. Es wurde ein Simultanturnier abgehalten mit dem Großmeister Lothar Schmidt, Bamberg. Bei den 36 Partien erreichten nur zwei Eberner ein Remis, alle anderen verloren. Derzeit spielen die Eberner in der Klasse A. Hierbei treffen sie auf die Teams aus Zapfendorf, Bamberg, Walsdorf und Hallstadt. Zudem bestreiten die Schachspieler des TV Ebern auch immer Pokal-, Vereins- oder Blitzmeisterschaften. Diese finden oft im näheren Umkreis statt. Für die Eberner Schachmannschaft ist in dieser Saison die Meisterschaft in greifbarer Nähe. Diese hätte den Aufstieg zur Folge.

Schach-Meister-Mannschaft 2011 TV Ebern

Schach-Meister-Mannschaft 2011 TV Ebern

Die Schachabteilung ist im Gegensatz zu früher erheblich geschrumpft. Zwölf Mann sind derzeit aktiv dabei. „Uns fehlt ganz erheblich der Nachwuchs. Eine Mannschaft besteht aus acht Spielern. Wenn man insgesamt nur zwölf Spieler hat, kann das schon mal eng werden“, bedauert der Abteilungsleiter Nikolaus Schober. Von den Mitgliederzahlen her hat die Abteilung erheblich abgenommen. „Das Problem ist, dass keine jungen Spieler mehr nachkommen. Und wenn welche bereits Schach spielen, müssen sie oft aufhören, wenn sie das Abitur machen und zum Studieren oder Arbeiten wegziehen müssen“, erklärt der Abteilungsleiter. Sobald die jungen Erwachsenen in das Berufsleben übertreten, ist zu beobachten, dass sie mit dem Schachspielen aufhören. Laut Abteilungsleiter brauchen die Eberner Schachspieler dringend Nachwuchs, damit die Abteilung bestehen kann und auch weiterhin eine Mannschaft gemeldet werden kann. „Viele von den jüngeren haben auch nicht die Ausdauer zum Schachspielen“, bedauert der Abteilungsleiter. Man brauche viel Geduld bis man das Spiel gut beherrscht. Einige würden die Lust verlieren, wenn sie zu Beginn öfter mal verlieren. Der jüngste Spieler in der Schachabteilung ist zehn Jahre alt.

Natürlich sucht die Schachabteilung nicht nur Jugendliche. Gerne können auch Erwachsene einsteigen. „Wir hatten vor Kurzem sogar den Fall, dass einer nach 30 Jahren wieder zu uns zurückgefunden hat. Da freut man sich natürlich“, lächelt Nikolaus Schober. Es ist nicht erforderlich Vorkenntnisse mitzubringen. Das Spielen wird den Neueinsteigern bei Schachabenden beigebracht. „Wir zeigen gerne Einsteigern das Schachspielen. Auch Ältere sind bei uns herzlich willkommen“, erklärt Nikolaus Schober. „Man muss jedoch wissen: Schach ist ein Rechenspiel“, weiß der Abteilungsleiter. Es ist wichtig, dass man schon einige Züge im Voraus berechnen kann. „Das ist nur durchs Trainieren möglich. Je öfter man spielt und je mehr Praxis man hat, desto besser wird man“, erzählt der Schachexperte. Auch aus speziellen Büchern kann man sich etwas dazulernen. Am wichtigsten ist es, dass man sich die nächsten Züge schon überlegt und darüber nachdenkt, welche Züge der Gegner wohl machen wird. „Man muss auch bedenken: Jedes Spiel ist anders. Es kommt immer auf das Spiel und auf die Situation an“, weiß Nikolaus Schober. Es sei schon ein anspruchsvoller Sport, der aber keineswegs unmöglich ist und erlernt werden kann.

Nikolaus Schober, Abteilungsleiter TV Ebern Schach

Nikolaus Schober, Abteilungsleiter
TV Ebern Schach

Viele werden sich fragen, warum Schach überhaupt eine Sportart ist. Nikolaus Schober kennt die Antwort: „Ein Schachturnier kann zwischen drei und fünf Stunden dauern. In dieser Zeit müssen die Spieler sehr konzentriert sein, viel überlegen und vor allem richtig handeln. Von daher ist Schach als Sportart zu betrachten“, erläutert der langjährige Schachspieler.

„Vor Kurzem hat einer nach 30 Jahren zu uns zurückgefunden!“ Nikolaus Schober, Abteilungsleiter TV Ebern Schach

Trainingstermine

Die Schachabende finden jeden Mittwoch ab 19 Uhr im Sportheim in Ebern statt. Für Rückfragen steht Abteilungsleiter Nikolaus Schober unter Tel. 09535/241 gerne zur Verfügung.

Spiel der Könige: Feldzüge auf 64 Feldern

  • Das Schachspiel wurde wohl zwischen dem dritten und sechsten Jahrhundert in Indien, Persien oder China erfunden, worüber man sich noch nicht sicher ist. Auch über die Entstehung des Spiels gibt es nur viele Legenden. Ab dem sechsten Jahrhundert breitete sich das Spiel dann im Nahen Osten und Nordafrika aus. Zwischen dem neunten und elften Jahrhundert gelangte das Schachspielen dann ins abendländische Europa. Im 15. Jahrhundert veränderten sich die Schachregeln, so dass von nun an vom modernen Schach gesprochen werden kann.
  • Zu den Regeln: Der König ist die wichtigste Figur beim Schach. Ziel des Spiels ist es, den gegnerischen König so anzugreifen, dass er nicht mehr verteidigt werden kann. Schach wird auf einem Brett mit 64 Feldern gespielt. Ein Spieler hat die Farbe weiß, der andere die Farbe schwarz. Nun wird immer abwechselnd gezogen. Weiß beginnt immer. Dann heißt es die gegnerischen Steine zu schlagen, wobei ein geschlagener Stein aus dem Spiel genommen werden muss. Sieger ist der Spieler, der zuerst den gegnerischen König Matt setzt.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung
Zeitungsbericht vom 15.05.2013 der Neuen Presse; Artikel von Janina Reuter

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